Diagnose: Wie werden Magengeschwüre beim Pferd eindeutig festgestellt?

Tierarzt diagnostiziert Magengeschwüre bei einem Haflinger

Bei Verdacht auf Magengeschwüre kann nur Ihre Tierärztin/ Ihr Tierarzt die definitive Diagnose mit Hilfe der Magenspiegelung (Gastroskopie) stellen. Bei dieser Untersuchung wird die Schleimhaut des Magens per Video beurteilt. Magengeschwüre sind damit in der Regel sehr schnell zu sehen. Ebenfalls ist dies die einzige Möglichkeit, den Schweregrad sowie auch die Lokalisation der Geschwüre im Magen zu erkennen und eine bestmögliche Therapieempfehlung auszusprechen.

Sollte eine Magenspiegelung zur Diagnosefindung allerdings nicht möglich sein, hilft meist auch eine sogenannte diagnostische Therapie. Das heißt: Bessern sich die Symptome unter der Therapie, sind Magengeschwüre als Ursache wahrscheinlich.

Wie wird die Magenspiegelung beim Pferd durchgeführt?

Die Magenspiegelung (Gastroskopie) gehört mittlerweile zur Routinediagnostik in der Tiermedizin.

Ihr Pferd darf vor dem Eingriff nichts fressen und einige Stunden vorher auch nichts zu trinken bekommen, damit eine freie Sicht im Magen gewährleistet ist. Die Magenspiegelung wird am stehenden, sedierten Pferd vorgenommen. In der Regel hält die Sedierung (Ruhigstellung des Patienten) ca. eine ½ Stunde. Diese Zeit reicht für die Durchführung der Gastroskopie. Dabei wird ein flexibles Endoskop mit Kamera über den unteren Nasengang eingeführt, zum Kehlkopf vorgeschoben, abgeschluckt und vorsichtig über die Speiseröhre bis in den Magen und anschließend den vorderen Dünndarmabschnitt vorgeschoben. So können der Magen und die angrenzenden Strukturen, also die Speiseröhre in Richtung Maul und der Zwölffingerdarm in Richtung Darmausgang, direkt auf einem Bildschirm beurteilt werden.

Zwei Frauen führen bei einem braunen großen Pferd eine Magenspiegelung durch

Gibt es unterschiedliche Schweregrade von Magengeschwüren beim Pferd?

Je nach Ausprägung der in der Gastroskopie festgestellte Magengeschwüre kann man 3 unterschiedliche Schweregrade einteilen. Die Einteilung der Schweregrade erfolgt nach dem so genannten „Ulcer Score“.

Magengeschwür beim Pferd Grad 0

Grad 0

Die Schleimhaut des Magens ist vollkommen intakt


Magengeschwür beim Pferd Grad 1

Grad 1

Kleine, einzeln oder an mehreren Stellen auftretende Schädigungen der Schleimhaut


Magengeschwür beim Pferd Grad 2

Grad 2

Große, einzeln oder an mehreren Stellen auftretende oder ausgedehnte oberflächliche Schädigungen


Magengeschwür beim Pferd Grad 3

Grad 3

Ausgebreitete Schädigungen mit Arealen tiefer Geschwüre